Ad Astra fordert den Quali-Sieger in den Playoffs heraus

Ad Astra Obwalden trifft im Playoff-Viertelfinal der Nationalliga B auf den Qualifikationssieger UHC Thun. Die Obwaldner gehen als klarer Aussenseiter ins Duell, glauben aber an ihre Chance.

 

Am Sonntag starten die Playoffs der Nationalliga B im Unihockey. Ad Astra Obwalden trifft im Viertelfinale auf den UHC Thun, den souveränen Qualifikationssieger. Während Thun als Favorit in die Serie geht, will Ad Astra mit Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit dagegenhalten. Einer, der dabei eine zentrale Rolle spielen soll, ist Adrian Bachmann.

 

Adrian Bachmann: Ein Spieler mit Biss

Der gebürtige Zuger spielt seine erste Saison bei Ad Astra und hat sich schnell als wichtiger Leistungsträger etabliert. Ursprünglich als Verteidiger geholt, agiert der 25-Jährige inzwischen meist als Center. Seine Intensität auf dem Feld ist unverkennbar – manchmal jedoch mit Konsequenzen. Mit 12 Zweiminutenstrafen führt er die Strafen-Statistik der Liga an. Ein inoffizieller Titel, auf den er lieber verzichten würde: „Ich bin ein Spieler, der immer 120% gibt. Manchmal vielleicht etwas zu viel, und das muss ich in den Griff bekommen“, sagt er selbstkritisch.

Bachmanns Zahlen aus der Qualifikation können sich dennoch sehen lassen. Mit je sechs Toren und Assists hat er seine punktbeste Saison auf Herren-Stufe gespielt. „Ich bin mit meiner Leistung nur teilweise zufrieden. Nach meiner langen Verletzungspause musste ich erst wieder den Rhythmus finden, aber es wird von Spiel zu Spiel besser“, erklärt er.

Adrian Bachmann (vorne) geht auf und neben dem Feld als Leader voran (Foto: André Düsel)

 

Besonders wohl fühlt sich Bachmann auf der Center-Position. „Ich war immer ein Allrounder, habe mal Verteidiger, mal Flügel, mal Center gespielt. Aber in unserem System liegt mir die Rolle als Center besser, weil ich mehr Bezug zum Offensivspiel habe.“

 

Eine durchwachsene Qualifikation mit einer starken Rückrunde

Ad Astra beendete die Qualifikation nach einem steten Auf und Ab schlussendlich mit 29 Punkten aus 22 Spielen auf Platz 8. Offensiv gehörte das Team mit durchschnittlich nur etwas mehr als fünf Toren pro Spiel zu den schwächeren Mannschaften der Liga, defensiv zeigte es sich hingegen solide. Besonders deutlich wurde die Inkonsistenz in den Ergebnissen nach dem Jahreswechsel: Ein starker Januar mit drei Siegen und einer knappen Niederlage nach Verlängerung wurde von einem schwachen Februar mit drei Niederlagen in Serie abgelöst. Headcoach Jakob Arvidsson erklärt diese Leistungsschwankungen mit der mangelnden Erfahrung seines Teams: „Wir sind ein eher junges Team, das sich noch entwickelt. Aber die Tatsache, dass wir in der zweiten Hälfte der Qualifikation doppelt so viele Punkte geholt haben wie in der ersten, zeigt unsere Fortschritte. Wir haben uns den Playoff-Platz mit hartem Kampf verdient, nachdem wir zwischenzeitlich das Schlusslicht der Liga waren.“

Jakob Arvidsson konnte bei seinem Team Fortschritte beobachten (Foto: André Düsel)

 

David gegen Goliath: Ad Astra als krasser Aussenseiter gegen Thun

Im Viertelfinal trifft Ad Astra nun auf den UHC Thun, das dominierende Team der Qualifikation. Thun sicherte sich mit sieben Zählern Vorsprung auf Rang zwei souverän die Spitzenposition. Besonders beeindruckend ist die offensive Feuerkraft der Berner: Mit 198 Toren – im Schnitt deren neun pro Spiel – erzielten sie über 50 Treffer mehr als das zweitbeste Team der Liga.

Die bisherigen Duelle zwischen Ad Astra und Thun zeigen das Potenzial der Obwaldner, aber auch ihre Schwächen: Im ersten Saisonspiel setzte es eine klare 4:10-Niederlage ab. Mitte November lag Ad Astra dann auswärts bis zur 44. Minute mit 7:2 in Führung, musste sich am Ende aber dennoch mit 9:10 nach Verlängerung geschlagen geben.

Arvidsson sieht trotz der klaren Ausgangslage Chancen für sein Team: „Wir waren in dieser Saison oft wie ein Chamäleon und haben unser Niveau an den Gegner angepasst. Wir müssen uns auf das höhere Tempo einstellen, aber wir haben nichts zu verlieren. Wir können befreit aufspielen.“

Die Schlusstabelle der Herren NLB nach 22 Qualifikations-Runden (Swiss Unihockey)

 

Ad Astra will den Favoriten fordern

Bachmann ist sich der Schwierigkeit der Aufgabe ebenso bewusst wie sein Trainer: „Wir wissen, dass wir in jedem Spiel 110% geben müssen, um eine Chance zu haben. Eines ist sicher: Schenken werden wir den Thunern nichts.“

Für Arvidsson steht noch ein anderer Aspekt im Vordergrund: „Die Playoff-Zeit ist die schönste Zeit als Unihockey-Spieler – vergleichbar mit der Weihnachtszeit für ein Kind. Ich will, dass meine Spieler dies geniessen.“

Ad Astra startet also als klarer Underdog in die Serie, doch die Mannschaft hat sich in der Rückrunde stark verbessert und will dem Favoriten so lange wie möglich Paroli bieten. Das erste Spiel findet am Sonntag auswärts in Thun statt – dort, wo Ad Astra in der Qualifikation bereits einmal zeigte, dass sie die Thuner fordern können.